Publikation "Am Küchentisch. Heimarbeit und Hausindustrie im Wandel der Zeit"

Am 25.11.2020 erschien die Publikation "Am Küchentisch. Heimarbeit und Hausindustrie im Wandel der Zeit" als Ergänzung und Zusammenfassung zur gleichnamigen Ausstellung, die vom 3. Juli bis 31.10.2020 im Esche-Museum lief.

Auszug aus der Pressemitteilung vom 27.11.2020:

Geplant als Beitrag zum Jahr der Industriekultur in Sachsen, erhielt die Sonderausstellung zum Thema Heimarbeit im Esche-Museum in diesem Jahr unerwartete Aktualität. Homeoffice und mobiles Arbeiten gehören auf einmal selbstverständlich zum Arbeitsalltag. Die Ausstellung zeigte, dass Heimarbeit in der Region, gerade im Textilgewerbe, bis in die 1980er Jahre weit verbreitet und historisch gewachsen war. Ausstellung und Publikation vermitteln die Geschichte des erwerbsmäßigen Arbeitens zu Hause, angefangen von der Strumpfwirkerei um 1700 bis zur Trikotagenindustrie zu DDR-Zeiten. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts waren die Heimarbeiter für Verleger, später für Fabrikanten tätig, die ihnen Material stellten und Stücklohn zahlten. Erzählt wird vom Arbeitsalltag zu Hause, aber auch von den wirtschaftlichen Bedingungen und von den Unterschieden zu selbstständiger gewerblicher Tätigkeit oder zur Arbeit in der Fabrik. Ihren Höhepunkt hatte die Heimarbeit mit dem Boom der Handschuhindustrie in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg, als die Region Limbach-Oberfrohna eine weltweit monopolartige Stellung in der Branche innehielt. In diesen Jahrzehnten bewegte sich die Wahrnehmung der Heimarbeit zwischen vermeintlicher Idylle in den eigenen vier Wänden und weit verbreitetem Elend. Zu DDR-Zeiten war dann die Heimarbeit hauptsächlich eine Begleiterscheinung der Trikotagenindustrie, wo den Näherinnen Arbeitsplätze in der Wohnung eingerichtet wurden. Sie knüpfte zunächst an die jahrzehntelang gewachsenen Strukturen an, verlor aber mit zunehmender Rationalisierung und Zentralisierung an Bedeutung. Diese Epoche wird vor allem durch die Erinnerungen von Zeitzeug*innen veranschaulicht, die in der Ausstellung an Hörstationen verfolgt werden konnten und im Buch niedergeschrieben sind. Das Buch „Am Küchentisch. Heimarbeit und Hausindustrie im Wandel der Zeit“ umfasst 104 Seiten mit vielen Abbildungen und erscheint im Mironde-Verlag Niederfrohna. Erhältlich ist der Band im Buchhandel, in der Stadtinformation Limbach-Oberfrohna, beim Verlag und - nach der Schließzeit - im Esche-Museum. Der Preis beträgt 14,90 Euro.